Die Entscheidung, ob eine Sache vor das Jugendgericht gebracht wird oder nicht, liegt alleine bei der Staatsanwaltschaft. Sie dürfen nicht selber den Richter befassen.

Was ist eine Jugendsache?

Das Jugendgericht greift ein, wenn ein Jugendlicher eine als Straftat qualifizierte Tat begeht oder sich in Schwierigkeiten oder Gefahr befindet. 

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Wie verläuft eine Jugendsache?
 

Wenn ein Minderjähriger eine Straftat begeht, wird dies der Polizei gemeldet, die ihn vernimmt und ein Protokoll über die Vernehmung erstellt.

Dieses Protokoll wird der Staatsanwaltschaft übermittelt.

Die Staatsanwaltschaft entscheidet alsdann ob der Minderjährige vor dem Jugendrichter erscheinen muss oder nicht.

Falls die Akte an den Jugendrichter übermittelt wird, wird er, unter Berücksichtigung der Umstände und Ursachen des Verhaltens des Minderjährigen, eine Entscheidung treffen.

  1. Minderjährige in Schwierigkeiten werden zuallererst von den freiwilligen Jugendhilfediensten aufgenommen und geholfen.
    Falls nötig, können die anerkannten Dienste, wie die Unterstützungszentren und Vertrauenszentren für Kindesmisshandlung, hinzugezogen werden, um den Jugendlichen im Einzelnen zu beobachten und zu begleiten. Diese Zentren gehen direkter vor und/oder stellen in beunruhigenden Situationen, bei denen aus gesellschaftlicher Sicht ein Eingreifen notwendig ist, spezifische Hilfe zur Verfügung.
  2. Wenn der Jugendliche und/oder seine Eltern die notwendige Hilfe der anerkannten Dienste ablehnen, können diese sich an die Staatsanwaltschaft wenden, welche beim Jugendrichter die Ergreifung von Jugendschutzmaßnahmen beantragen kann.
  3. Unmittelbare gerichtliche Hilfe wird nur bei Minderjährigen, die sich in akuter Gefahr (einer Notsituation) befinden, angeordnet. Nach einer gewissen Zeit wird geprüft, ob nicht doch eine freiwillige Hilfe durchgeführt werden kann.